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Sportschiessen

Was ist Sportschiessen?

Fragen sie einen Schützen nach einer Definition, so erhalten sie je nach seiner Lieblingsdisziplin und seinen Interessen unterschiedliche Antworten. Wir wollen diesen Begriff möglichst umfassend definieren. Im "Haus der Schützen" soll es für viele Arten des sportlichen Schiessens einen Platz haben.

Wir verstehen darunter das Schiessen mit unterschiedlichen Waffen auf Scheiben, mit dem Ziel, eine möglichst hohe Präzision zu erreichen. Je nach Disziplin und Waffenart besteht dies aus einem längeren oder kürzeren Programm, sowie unterschiedlichen Zeitbegrenzungen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Sportschiessen ist die präzise Wiederholung von immer gleichen Abläufen. Dies bezieht sich sowohl auf die körperliche als auch auf die geistige Ebene. Nur auf diese Weise lässt sich ein hohes Resultat erreichen. Dabei darf sich der Schütze nicht von äusseren Einflüssen ablenken lassen. Dies stellt hohe Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit. Schiessen hat also auch einen stark meditativen Charakter. Salopp ausgedrückt heisst das, dass der Wettkampf im Kopf entschieden wird.

Mit welchen Waffen das Sportschiessen ausgeübt wird, ist daher nicht so sehr die zentrale Frage. Gleichwohl wird das unter den Schützen hin und wieder fast als Glaubensfrage diskutiert. Vielleicht deshalb, weil da die Spezialisten unter sich sind und jeder Recht haben will - schliesslich hat jeder seine eigenen Vorlieben. Nun, wo sind denn jetzt die Grenzen zu anderen Sparten im Schiessen? Die sind meistens fliessend. So kann eine Ordonnanzwaffe (siehe auch 'Disziplinen') sowohl für einen sportlichen Wettbewerb als auch für militärisches Schiessen eingesetzt werden.

Ohne Zweifel bestehen aber klare Unterschiede im Vergleich zum Verteidigungsschiessen wie es die Polizei übt oder dem zivilen Gegenstück, dem Combat-Schiessen. Der Hintergrund - und dies ist der wichtigste Unterscheidungspunkt - ist dort ein Training für die grösste Bedrohung im Notfall. Hier geht es zwar auch um das Treffen, jedoch unter gänzlich anderen Voraussetzungen. Ob nun das Ziel ganz genau im Zentrum getroffen wird, spielt nicht die gleiche Rolle - Treffen genügt. Das Gleiche gilt auch beim militärischen Schiessen in der Armee.


Strukturen im Sportschiessen

Der Schiesssport hat eine sehr lange Tradition. Seit dem Mittelalter wurden regelmässig grosse Schützenfeste durchgeführt, die auch gesellschaftlich von grosser Bedeutung waren. Lange Zeit waren aber keine eigentlichen Grenzen zwischen dem sportlichen und dem militärischen Schiessen vorhanden. Die verwendeten Waffen waren ja auch meistens die gleichen. Erst ab dem frühen 19. Jahrhunderts lässt sich eine beginnende Trennung erkennen. Sport, Politik und Militär durchdrangen sich aber noch während Jahrzehnten gegenseitig und dies führte auch immer wieder zu Spannungen.

In der Schweiz wurde der Schweizerische Schützenverein (SSV) als erster nationaler Dachverband im Jahre 1824 gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gründeten sowohl die Sportschützen als auch die Pistolenschützen ihre eigenen nationalen Organisationen. Die Gründe für diese Alleingänge waren vielfältig. Ein Hauptgrund war, dass sich grosse Teile der Pistolenschützen und der sportlich orientierten Schützen vom SSV schlecht oder gar nicht vertreten fühlten.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der SSV aber von einem politischen Verein mit grosser staatspolitischer Bedeutung zu einem modernen Sportverband. Vor wenigen Jahren konnten die verschiedenen nationalen Verbände in einen neuen Dachverband integriert werden. Der Schweizer Schiesssportverband vereint nun die Gewehr- und Pistolenschützen. Die Kantonalen Schützenverbände stellen als nächste Organisationsebene die Verbindung zu den einzelnen Vereinen her. Als Zwischenstufe sind in praktisch allen grösseren Kantonen entweder Bezirks- oder Regionalverbände aktiv.

Internationale Strukturen

Der internationale Dachverband ISSF (International Sport-Shooting Federation) mit Sitz in München erlässt die notwendigen Regeln für das sportliche Wettkampfschiessen. Er führt auch die Welttitelkämpfe sowie die Olympiawettbewerbe durch. Mit einer Serie von Weltcup-Wettbewerben sorgt er zudem für einen regelmässigen Wettkampfbetrieb während dem ganzen Jahr. Die Schweiz stellt in verschiedenen ISSF-Kommissionen Mitglieder.

Schweizer Traditionen

In der Schweiz gibt es zusätzlich zu den internationalen Disziplinen noch eine ganze Reihe von Wettkämpfen, die sich teilweise stark von den internationalen Usanzen unterscheiden. Dies ist Bestandteil unserer sehr lebendigen Traditionen und ist Zeuge der langen und speziellen Geschichte, die das Schiesswesen in der Schweiz auszeichnet. Der Schweizer Schiesssportverband hat dazu eine ganze Reihe von Weisungen verfasst, die trotz den unterschiedlichsten Programmen einen geregelten Betrieb sicherstellen.

Weitere Informationen finden sie über die 'Links' sowie auf der Seite 'Disziplinen'.